Die Belgier haben, wer hätte das gedacht, die Pommes Frites erfunden. Die belgischen Pommes heißen allerdings „Fritten“. In einigen Teilen Deutschlands ist dieser Begriff ebenfalls üblich. Als Beispiel sei hier das Saarland, aber auch das Rheinland genannt.
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Frittenkultur: Das kulinarische Erbe einer Nation
Belgien mag klein sein, aber wenn es um Fritten geht, ist das Land eine wahre Supermacht. Belgische Fritten sind mehr als nur eine Beilage – sie sind ein Kulturgut, ein Lebensstil und vielleicht sogar ein Weltkulturerbe in spe. Doch was macht belgische Fritten so besonders, und warum sollte jeder einmal echte belgische Fritten aus einer Friterie probieren?
Die Geschichte der Fritten – Wo alles begann
Die genaue Herkunft der Fritten bleibt umstritten, doch eines ist sicher: Sie gehören zu Belgien wie Schokolade und Bier. Bereits im 18. Jahrhundert sollen die Menschen entlang der Maas begonnen haben, Kartoffeln in Fischform zu schneiden und zu frittieren – eine Notlösung, wenn das Flusswasser im Winter zugefroren war. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts nahm die typische stäbchenförmige Fritte ihre heutige Form an.
Warum belgische Fritten keine „Pommes“ sind
Ein echter Belgier wird dich sofort korrigieren: Es heißt Fritten, Frites oder Frieten – aber niemals „Pommes“! Der Begriff „Pommes“ ist in Belgien verpönt und wird oft mit minderwertigen Fast-Food-Kartoffelstäbchen in Verbindung gebracht. Echte belgische Fritten sind dicker geschnitten, doppelt frittiert und in Rinderfett zubereitet, was ihnen ihre einzigartige knusprige Textur und den unverwechselbaren Geschmack verleiht.
Fakt : Echte belgische Pommes werden aus frischen Kartoffeln hergestellt!
Die perfekte belgische Fritte – So wird sie gemacht
Wer glaubt, Fritten seien einfach nur frittierte Kartoffelstäbchen, irrt gewaltig. Die Zubereitung echter belgischer Fritten ist eine Kunst, die jahrzehntelange Perfektionierung erfordert. Hier sind die Schritte, um die perfekte Fritte zu zaubern:
- Kartoffeln auswählen – Am besten eignen sich Bintje-Kartoffeln, da sie einen hohen Stärkegehalt haben und nach dem Frittieren innen cremig bleiben.
- Schneiden – Die perfekte Größe beträgt 11×11 mm. Zu dünne Fritten werden nicht cremig genug, zu dicke verlieren an Knusprigkeit.
- Wässern und trocknen – Die frisch geschnittenen Fritten werden in kaltem Wasser gewaschen, um überschüssige Stärke zu entfernen, dann gut getrocknet.
- Erster Frittiervorgang – In Rinderfett bei 150°C für vier bis fünf Minuten vorfrittieren. Sie bleiben dabei noch blass.
- Ruhen lassen – Mindestens 30 Minuten abkühlen, damit die Textur sich stabilisiert.
- Zweiter Frittiervorgang – Bei 180°C frittieren, bis die Fritten eine goldgelbe Farbe und perfekte Knusprigkeit haben.
- Abtropfen, salzen und genießen – Klassisch mit Mayonnaise oder anderen belgischen Spezialsoßen.

Die Rolle der Friterien – Belgisches Streetfood in Perfektion
Eine Friterie oder Frituur ist nicht einfach ein Imbiss – sie ist eine Institution. In Belgien gibt es über 5.000 Friterien, die eine zentrale Rolle in der Gastronomie spielen. Dort werden nicht nur klassische Fritten serviert, sondern auch frittierte Spezialitäten wie Frikandel, Bouletten und Bicky Burger.
Welche Soßen passen zu belgischen Fritten?
Die Belgier lieben ihre Fritten nicht nur pur, sondern auch mit einer Vielzahl an Soßen. Hier sind die beliebtesten:
- Belgische Mayonnaise – Laut Gesetz muss sie mindestens 80 % Fettanteil und 7,5 % Eigelb enthalten.
- Andalouse – Eine Mischung aus Mayonnaise, Tomatenmark und Gewürzen.
- Samurai – Scharfe Mayonnaise mit Sambal-Oelek.
- Cocktailsoße – Mit Cognac oder Whisky verfeinert.
- Joppiesoße – Eine würzige, curryhaltige Kreation.
Fakt 4: Echte belgische Pommes sind breiter als deutsche Pommes.
Doppelt frittieren mit Rindernierenfett
Achtung: Die belgische Form der Kartoffelsticks wird zweimal frittiert! Der erste Frittiervorgang dauert ca. 10 Minuten bei lediglich 130 Grad Celsius. Dadurch verschließen sich die Poren der Fritten. So ist gewährleistet, dass beim zweiten Frittieren kein weiteres Fett in die Pommes eindringen kann und der Kartoffelgeschmack im Inneren erhalten bleibt.
Wichtig: Das Originalrezept sieht das Frittieren in Rindernierenfett vor. Genau das soll mitverantwortlich für den besonderen Geschmack sein. Leider ist der Fast-Food-Snack damit kein Essen für Vegetarier oder gar Veganer mehr.
Warum Rinderfett statt Pflanzenöl?
Der wahre Geschmack belgischer Fritten kommt durch das Frittieren in Rinderfett. Es hat eine hohe Hitzebeständigkeit, sorgt für eine perfekte Knusprigkeit und verleiht den Fritten eine leichte, nussige Note. Zwar enthält Rinderfett gesättigte Fettsäuren, dafür entstehen beim Erhitzen keine schädlichen Transfette, wie es bei pflanzlichen Ölen oft der Fall ist. Zudem bewahrt es das natürliche Kartoffelaroma besser als industriell verarbeitete Pflanzenöle. In vielen traditionellen Friterien wird ausschließlich Rinderfett verwendet, da es für den authentischen Geschmack unerlässlich ist. Wer auf tierische Fette verzichten möchte, sollte auf hoch erhitzbare pflanzliche Alternativen wie Erdnuss- oder Sonnenblumenöl zurückgreifen. Dennoch bleibt Rinderfett die erste Wahl für echte belgische Frittenliebhaber. Geschmacklich gibt es kaum eine Alternative, die so knusprige und aromatische Fritten hervorbringt.
Fakt 5: Echte belgische Fritten werden zweimal frittiert. Zuerst für 10 Minuten mit 130 Grad und nach einer 10-minütigen Ruhezeit dann mit einer Temperatur von 165 Grad Celsius fertig frittiert.
Belgien – Die Heimat der Fritten
Belgien hat den weltweit höchsten Pro-Kopf-Frittenkonsum mit 25 kg pro Jahr. Zudem ist das Land der größte Exporteur von Tiefkühlfritten.
Kein Wunder also, dass Belgien immer wieder versucht, die Frittenkultur als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkennen zu lassen. In jeder belgischen Stadt gibt es mindestens eine Friterie, und oft sind diese über Generationen hinweg familiengeführt. Selbst Spitzenrestaurants servieren Fritten als Hauptgericht und nicht nur als Beilage. Wer die beste Friterie finden will, sollte sich an die Belgier selbst halten – die Schlangen vor den Ständen verraten oft, wo es die besten Fritten gibt. Besonders beliebt sind Friterien mit hausgemachten Soßen und frischen Zutaten. Fritten sind in Belgien nicht nur Essen, sondern ein echtes Stück Kultur und Lebensfreude.
Nicht nur rot/weiß – reichhaltige Soßenauswahl und Zwiebeln
In Belgien kommen die fertigen Fritten nicht nur mit Salz, Mayo und Ketchup in die Schale oder auf den Teller (oder in dei Tüte!). Wer in Belgien und teilweise auch in den Niederlanden Pommes kauft, der hat oft viele Soßen zur Auswahl. Es gibt zum Beispiel die Joppiesauce (mit Curry und Zwiebeln), die auch in Deutschland bekannte Cocktail-Sauce die Sauce samourai (mit Sambal) oder die Sauce Tartar (mit Schnittlauch). Einige Imbisswagen haben es sich in Belgien zur Herausforderung gemacht, möglichst viele Saucen anzubieten und es gibt teilweise deutlich mehr als 20 davon im Angebot. Das macht die Kartroffelsnacks in unserem Nachbarland so faszinierend abwechslungsreich.
Fakt 6: In Belgien werden viele verschiedene Saucen zu den Fritten gegessen. Dort gilt Pommes rot/weiß oft als langweilig.
Belgische Pommes sind eine Klasse für sich
Wer einmal echte belgische Fritten probiert hat, wird nie wieder mit einfachen Fast-Food-Pommes zufrieden sein. Die Kombination aus hochwertigen Kartoffeln, perfekter Zubereitung und einzigartigem Geschmack macht sie zu einem kulinarischen Highlight. Ob in einer traditionellen Friterie oder in gehobenen Restaurants – in Belgien gibt es keine Mahlzeit ohne Fritten.
Wenn du also das nächste Mal nach Belgien reist, halte Ausschau nach einer authentischen Friterie und erlebe selbst, warum belgische Fritten weit mehr sind als nur eine Beilage!